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   Roland Exner

Die "Rettung" des Weltklimas

Katastrophenszenarien zwischen heiß und kalt – die Menschheit ist nicht (ausreichend) vorbereitet

Eine Vision von künstlichen Eisfeldern in den Meeren, von Meerespumpen, "Schattensegeln" im Weltraum und von Flugzeugen mit riesigen Filtern

Genau genommen kann man "das Klima" nicht retten. Ein "Klima" herrscht immer, allenfalls kann man versuchen, bestimmte klimatische Bedingungen zu bewahren oder herzustellen. Allerdings wird dies nur möglich sein, wenn auch unter den Menschen, den Völkern, den Regierungen dieser Welt ein gutes "Klima" herrscht - wenn man in der Lage ist, die dringendsten Probleme der Welt (der Menschheit) gemeinsam zu lösen. Das "Weltklima" hat insofern eine doppelte Bedeutung, etwa wie zwei Seiten einer Medaille, siehe auch meine Kurzgeschichte "Die Sintflut". Gelingt es nicht, die Klimaerwärmung zu stoppen, werden die Polkappen schmelzen, und der der Anstieg des Meeresspiegels würde riesige Küstengebiete überfluten, wo hunderte Millionen Menschen leben. Wobei "würde" ergänzt werden muss; es hat schon angefangen. Je mehr sich die Meere erwärmen, desto mehr Energie bekommen die Hurrikans.  "Irma" (September 2017) war so groß wie Frankreich und hatte eine Energie wie... ? Kann man sich ohnehin nicht vorstellen...  Überflutungen von Küstenregionen und weiten Flussebenen würden katastrophale Völkerfluchten auslösen... Ein apokalyptisches Szenario...  

Im Jahr 1972 veranstaltete die UN in Stockholm die erste Umweltkonferenz, 1995 die erste "Klimakonferenz", in Berlin. Seitdem wurde der Stein immer wieder mal etwas bewegt, er wurde auch ins Rollen gebracht. Aber zu wenig, zu langsam. Auf der Internetseite www.godmode-trader.de erschien eine Analyse, die dies deutlich macht: Die Nutzung erneuerbarer Energien steigt zwar stark an, aber nicht ausreichend; helfen könne nur eine "Verzehnfachung" der Effizienz z. B. der Anlagen zur Nutzung der Sonnenenergie. Zitat, letzte Seite: "Das bedeutet für die Klimaziele, dass man sie eigentlich vergessen kann und sich Unternehmen wie Exxon keine Sorgen machen müssen."  Sorgen sollten sich die Manager aber in jedem Falle machen, denn sie und ihre Kinder leben ja auch auf dieser Welt.

In meiner Urfassung 2005 schrieb ich: "Derzeit reden alle nur von der Erderwärmung, die ja auch tatsächlich nicht zu übersehen ist (Abschmelzen der Gletscher usw). es gibt Weltkonferenzen, aber das `Weltverhalten´ ist schizophren, jedenfalls bis heute. Einerseits ist klar, dass man die letzte Kohle, das letzte Erdöl und das letzte Gas aus der Erde herausholen wird, man fängt ja schon an, in der Tiefsee zu bohren, dort vermutet man bis zu 180 Mrd. Barrel (!) Erdöl. Und man macht sich nun daran, Ölschiefer- und Schiefergasprojekte ins Leben zu rufen."  Und 2012 und später ergänzt:  "Auch das Gas soll bis zum letzten Kubikmeter aus der Erde geholt werden, mittels ´Fracking` (hydraulic fracturing) - ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien wird in die Gesteinsporen gepresst, um dort `das Letzte´ herauszupressen. Da geht es um unglaubliche potentielle Fördermengen, die USA, so heißt es, könnten innerhalb von 15 Jahren unabhängig von Energie-Importen werden... Ist doch egal, ob die Küstenstädte überfluten... Der Fracking-Boom, also die starke Erhöhung der Energieerzeugung aus fossilen Energieträgern -   und nicht der Ausstieg aus fossilen Energieträgern hatte die Öl- und Gaspreise um fast 50 Prozent purzeln lassen (2014/15). Förderung fossiler Brennstoffe bis zum "Geht-Nicht-Mehr" - anderseits will man den CO2–Ausstoß verringern. Offenbar will niemand aussprechen, dass das nicht wirklich funktionieren kann. Das nenne ich Öffentlichkeitssyndrom." Wenn die Politik ernst macht und die Klimaerwärmung in diesem Jahrhundert auf zwei Grad begrenzen will, dann dürften die Energieunternehmen das meiste Erdöl, das meiste Gas und die meiste Kohle gar nicht mehr aus der Erde holen, das heißt, die Vorräte hätten bei weitem nicht mehr den Wert wie in den Büchern eingetragen. Dass es tatsächlich so kommt, ist, siehe oben,  nicht sehr wahrscheinlich. Derzeit, seit 2017 (jetzt: 2018) steigen die Preise für Erdöl und Erdgas wieder. Der Grund: steigende Nachfrage...

Einige Nachrichten aus dem Jahr 2015 (vielleicht dann wieder 2020, nach Donald Trump?) erweckten den Eindruck, es komme nun wirklich etwas in Bewegung, siehe ZEIT Online, 1. Sept 2015: Es wird berichtet, dass in den USA infolge extremer klimatischer Ereignisse nun doch ein Umdenken stattfinde. Der Nährboden in der US-Bevölkerung für wirksame Klimaschutzmaßnahmen sei so fruchtbar wie noch nie. Mehr als 60 Prozent der Amerikaner finden laut einer Studie der Universität Yale, dass die USA eine globale Führungsrolle im Klimaschutz übernehmen sollen. Ebenfalls 60 Prozent sprachen sich für konkrete Maßnahmen zur Verringerung von CO2-Emissionen aus... Zitat: " `Der Klimawandel ist kein Problem für Morgen mehr, er ist ein Problem für das Hier und Jetzt´, sagte Obama deshalb mit unmissverständlicher Dringlichkeit in Anchorage. ´Ich bin heute hier als Anführer des zweitgrößten Emittenten der Welt, um zu sagen, dass wir unsere Rolle bei der Erzeugung des Problems zugeben und unsere Verantwortung bei dessen Lösung annehmen.´ "..." `Dieses Jahr muss das Jahr sein´, sagte er, `in dem die Welt endlich zusammenkommt, um den einen Planeten zu schützen, den wir haben, so lange wir das noch können.´ "
ZEIT Online meint: "Derart klare Worte waren aus Washington bislang noch nie zu hören."
Das klang wie eine Erleuchtung - die nun allerdings in der Finsternis der Trump-Regierung unterzugehen scheint. Der Rückschlag ist nicht zu übersehen. Wertvolle Zeit geht verloren. Allerdings war von Anfang an (also kurz nach dem Wahlsieg Trumps) zu erkennen, dass die Aktien von Unternehmen, die erneuerbare Energien entwickeln und anbieten, nicht fielen, sie sind eher auf dem steigenden Ast. Man darf hoffen, dass der Trump-Spuk nach vier Jahren beendet wird...
 Die CO2-Werte werden regelmäßig auf verschiedenen Messstationen der Welt gemessen. Die wichtigste scheint auf Mauna Loa zu sein. Mauna Loa ist einer der größten aktiven Vulkane der Erde, 4000 m über dem Meeresspiegel, auf Big Island (Hawai). Der Gehalt von CO2 in der Atmosphäre wird mit ppm = parts per million (Teile einer Million) angegeben. In der Abbildung ist der kontinuierliche Anstieg klar erkennbar. Im Jahre 2010 betrug der Wert noch etwa 385 ppm. Der Wert von Oktober 2015: 398, von Oktober 2016: etwas über 400 ppm.  Vielleicht sieht die Tochter des Donald Trump dieses Schaubild auch einmal und zeigt es dem Herrn Papa... So etwas ist nicht zu unterschätzen.

Was sagt zum Beispiel das Max-Planck-Institut (siehe Literaturangabe) hierzu? Die Unfähigkeit,  den Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen innerhalb der nächsten Jahrzehnte zu stoppen, stelle eine große Herausforderung für die gesamte Menschheit dar. Die eigentlich logische Konsequenz bleibt in der `Luft´ hängen, in dem nebligen Begriff  ´große Herausforderung`. Die Bundesregierung hat sich - so ist mein Eindruck - mehr oder weniger an die Aussagen des Max-Planck-Instituts angehängt. Bis 2100 wird´s deutlich wärmer, halb so schlimm, hat ja auch Vorteile - und lässt sich nicht verhindern. Eine Idee ist auch, die steigende Menge CO2 "einzufangen" und im Boden zu verpressen. Auch Augenwischerei. Die dafür geeigneten Areale würden nie ausreichen, um das Problem zu lösen. Die Wasserwirtschaft hat Bedenken, denn wenn man das Gas in poröse Gesteinsschichten presst, wird womöglich Salzwasser aus unterirdischen Speichern ins Süßwasser gedrückt. Außerdem würde bei Unfällen, Katastrophen, Bodenverwerfungen das herausströmende, durch die Verpressung extrem verdichtete Kohlenstoffdioxid sich nicht sofort verflüchtigen, sondern relativ lange Zeit in der Nähe des Erdbodens haften. Die dort lebenden Menschen würden ersticken... Solche Lager können längerfristig nicht als sicher angesehen werden. Eher als gefährliche Zeitbomben.

Nun ist Donald Trump nicht ganz allein mit seiner heldenhaften "Gegenmeinung", siehe zum Beispiel den folgenden Link. Lesenswert! Auch die Schaubilder sind interessant. Aber man kann das auch überspringen, deswegen habe ich diese Zitate durch Linien eingegrenzt: :


http://www.science-skeptical.de/klimawandel/unbequeme-wahrheiten-die-biologisch-geologische-co2-sackgasse/0010011/

 Hier ein paar Zitate:

Unbequeme Wahrheiten: Die biologisch-geologische CO2-Sackgasse

22. Mai 2013 | Von Fred F. Mueller | Kategorie: Artikel, Biomasse, Daten, Erdgas, Erdöl, Klimawandel, Kohle, Schnee und Eis, Wissenschaft

Mit dem Argument, dass sich das als Treibhausgas diffamierte CO2 durch menschliche Aktivitäten in der Atmosphäre immer weiter anreichert und dadurch eine Klimakatastrophe auslöst, wird zurzeit versucht, die technische Zivilisation, auf der unser Wohlstand beruht, zu zerstören. Ahnungslose Politiker, clevere Geschäftemacher und auf Sponsoren angewiesene Professoren, die es eigentlich besser wissen müssten, missbrauchen die Unerfahrenheit der Bevölkerung, um Angst zu erzeugen. Diese Angst ist Ausgangspunkt katastrophaler Fehlentscheidungen wie der sogenannten Energiewende, mit der manche Profiteure reich werden. Ihr Geschäft blüht, weil viele Menschen gar nicht wissen, in welchem Umfang hier wenig fundierte Halbwahrheiten verbreitet werden. Es ist daher dringend an der Zeit, einige einfach fassliche, aber wesentliche Fakten rund um das Thema CO2 in den richtigen Zusammenhang zu stellen. (Bild links: Kalksteinklippe im Schweizer Jura)

Nach Auffassung der AGW-Anhänger hat erst die industrielle Revolution einen dramatischen Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre verursacht.

Die Wissenschaft, so behaupten es die meisten Medien, sei sich in der Frage des Klimawandels weitgehend einig: Der Mensch sei dabei, das Klima in katastrophaler Weise zu destabilisieren. Die Anhänger der Theorie vom menschengemachten Klimawandel (AGW, Antrophogenic Global Warming) sehen als Hauptursache hierfür die Verbrennung fossiler Rohstoffe, welche das als Treibhausgas bezeichnete CO2 freisetzt. Dadurch werde der eigentlich stabile CO2-Kreislauf unseres Planeten in fast schon irreparabler Weise gestört...

Ihre These besagt im Wesentlichen, dass sich die Freisetzung von CO2 aus organischer Materie und seine erneute Bindung durch Fotosynthese seit hunderttausenden von Jahren mehr oder weniger im Gleichgewicht befanden. Dieses werde erst jetzt durch den vom Menschen verursachten CO2-Anstieg gefährdet: „Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre war jahrtausendelang praktisch konstant und steigt erst an, seit wir dem System riesige Mengen an zusätzlichem Kohlenstoff aus fossilen Lagerstätten zuführen“, erklärte hierzu der als Warner vor der sogenannten Klimakatastrophe zu Prominenz gekommene Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in einem Focus-Artikel [FORA]. Im gleichen Beitrag erklärte er, bei den vom Menschen verursachten Emissionen handele es sich um Milliarden Tonnen Kohlendioxid, die dem eigentlich stabilen Kohlenstoffkreislauf netto hinzugefügt würden. Ähnliche Auffassungen vertreten auch zahlreiche weitere Klimaforscher, so auch die Autoren der inzwischen kontrovers diskutierten „Hockeystick-Kurve“ (Bild 2) des bekannten AGW-Apologeten Michael E. Mann [IPCC]. Am drastischsten aber formulierte es der US-Politiker Al Gore anlässlich der Auszeichnung mit dem Nobelpreis: „Wir Menschen haben es mit einem globalen Notfall zu tun. Die Erde hat jetzt Fieber. Und das Fieber steigt“.
 

Die Realität: CO2-Rückgang seit 600 Millionen Jahren
Ein völlig anderes Bild zeichnet dagegen Prof. Wolfgang H. Berger von der University of California San Diego in einem auf der Homepage der Universität angebotenen Online-Kurs. Demnach lag der CO2-Gehalt der Erdatmosphäre vor etwa 500-600 Millionen Jahren bis zu 20mal höher als in den letzten paar Jahrhunderten vor der industriellen Revolution. Im Laufe der Zeit gab es dabei auch teils erhebliche Schwankungen. So begann der CO2-Gehalt vor etwa 450 Millionen Jahren erheblich abzusinken, bevor er vor rund 250 Millionen Jahren erneut auf etwa den fünffachen heutigen Wert anstieg. Seither nimmt er – wenn auch mit einer Reihe von Schwankungen – im Prinzip kontinuierlich ab. Heute haben wir die seit 500-600 Millionen Jahren nahezu niedrigsten CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre. Würde man der obigen „Fieber“-Argumentation folgen, dann hätte die Erde vor Jahrmillionen fast schon kochen müssen. So sprach der Schweizer Professor und IPCC-Berichts-Chef Thomas Stocker in einem Interview mit der Weltwoche am 11. 4. 2013 von einem Temperaturanstieg von 2 bis 4,5 °C pro Verdopplung des vorindustriellen CO2-Gehalts von 280 ppm. Zahllose Fossilien belegen jedoch, dass sich die Tier- und Pflanzenwelt früherer Zeiten trotz eines um bis zu 2000 % höheren CO2-Gehalts im Groβen und Ganzen bester Lebensbedingungen erfreute....

Im Übrigen sollte man nicht vergessen, dass eisfreie Polkappen erdgeschichtlich den Normalzustand darstellen und etwa 80 bis 90 Prozent der Erdgeschichte ausmachen, während Zeiten mit vereisten Polkappen als Ausnahme gelten.

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Mein Kommentar:
Insbesondere mit dem letzten Satz schießt sich der Herr selber ins Knie. Es mag ja sein, dass in der meisten Zeit der Erdgeschichte vereiste Polkappen die Ausnahme waren. In der Zeit der vereisten Polkappen ist aber die Erdbevölkerung stark gewachsen. Zweifellos ist dieses Wachstum zu stark - es hat die Eigenschaften einer Blase, die sich sich immer weiter aufbläht, um schließlich zu platzen. Vielleicht muss das ja auch irgendwann geschehen. Der hier entscheidende Punkt ist doch aber: Wenn die Polkappen schmelzen, dann müssen hunderte Millionen Menschen Inseln und vor allem Küstenregionen verlassen...  Gäbe es noch so wenig Menschen auf der Erde wie vor 1000 Jahren, wäre der Klimawandel kein Problem der ganzen Menschheit. Ob allerdings unsere Atemorgane (Lunge, Haut) mit einer Vervielfachung von CO2 zurechtkämen, wäre noch eine andere Frage. Zur Zeit der Saurier und ihrer Vorfahren gab es noch keine Menschen; deren Atemorgane haben sich Millionen Jahre später entwickelt... Und dann erreichen die schwersten Wirbelstürme jetzt schon bis 300 km/h. Das scheint die Grenze zu sein, die die menschliche Zivilisation aushält. Dass es vor hunderten Millionen Jahren auch mal Stürme mit 500 km/h oder mehr gegeben hat, ist auch kein überzeugendes Argument dafür, dass die Erderwärmung doch nichts ausmache...


Auch mit einem durchschnittlichen Verstand müsste leicht einzusehen sein, dass Luft und Wasser desto stärker in Bewegung geraten, desto mehr die Durchschnittstemperatur steigt. Dennoch müsste es wohl zu einem geradezu revolutionären Umschwung in der Energiepolitik kommen, um die Klimakatastrophe aufzuhalten. Der ist nicht in Sicht. Gesucht ist ein Modell, eine Vision, dass die unterschiedlichen globalen Interessen und Ziele in Einklang bringen kann. Und noch mehr: Auch die extremen Klimaschwankungen. Wenn nämlich wieder eine Eiszeit droht, dann brauchen wir eigentlich das ganze CO2. Im Folgenden werde ich diesen Gedanken weiter verfolgen. Ganz am Ende kommt dann allerdings noch ein Fragezeichen...

 

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Kohlenstoffdioxid (CO2) - das Zaubergas

Das Hauptproblem scheint das Kohlenstoffdioxid zu sein - kurz: Kohlendioxid bzw. CO2. Die Luft enthält etwa - siehe oben -  400 ppm, also von einer Million Luftteilchen sind 400 Teilchen CO2, das sind 0,04 Prozent, viel weniger als man erst einmal vermutet, weil doch dieses CO2 - bzw. der steigende Anteil dieses Gases - ständig als der Hauptgrund für die Erderwärmung genannt wird. Um das einmal bildlich vorzustellen: Ein Liter entspricht einem Würfel von 10 cm Kantenlänge, darin haben 1000 Würfel mit Kantenlänge ein Zentimeter Platz.  Ein entsprechender "großer Würfel“ Luft enthält 200 "kleine Würfel" Sauerstoff, 790 kleine Würfel Stickstoff – und deutlich weniger als einen halben kleinen Würfel CO2. Weniger als ein halber Würfel von insgesamt 1000 Würfeln – das ist der relative Anteil von CO2 in unserer Atmosphäre. Kaum zu glauben, um welch winzige Menge es geht, natürlich relativ. Die absoluten Zahlen in der gesamten Atmosphäre sind aus Sicht eines winzigen Menschleins wiederum gewaltig. Aus welchen Blickwinkel man es aber betrachtet: die Tendenz ist steigend. Jedes Jahr kommen in dem hier gerade beschriebenen Würfel ein paar winzige "Krümelchen" dazu… Wie kommt es nun, dass dieses CO2 soviel „Wind“ macht? Seine einzelnen Moleküle sind relativ groß und kompliziert, sie saugen Lichtenergie auf, „weil sie wie eine Stimmgabel schwingen oder wie ein Akrobat purzeln möchten.“ (Siehe Literaturangabe 1). Sie spielen gewissermaßen Ping-Pong mit der Lichtenergie, eh´ die wieder von der Erde zurück in das Weltall gestrahlt wird. CO2 macht das Erdklima zu einem Drahtseilakt: Zu wenig - und die Erde wird zu einem Eisplaneten, zu viel, und die Erde wird zum Glutofen... Das ist furchterregend – und faszinierend zugleich. Die Frage ist nämlich: Könnte man dieses CO2 nicht „einfach“ zur Regulierung des Erdklimas nutzen? Ich bin überzeugt: Man könnte das Klima regulieren, und dazu bräuchte man sogar auch große Mengen des CO2, die noch in der Erde schlummern. Der Grund ist ganz einfach: Weil irgendwann auch wieder eine Eiszeit droht. Die näherliegende Gefahr ist die Erderwärmung, die ferner liegende die Eiszeit.
"Kurzfristig" gesehen ist tatsächlich der Anstieg der Durchschittswelttemperatur gefährlich.  Nimmt die Erderwärmung zu, sagen wir um 5 Grad Celsius, das steigt auch die Meerestemperatur stark an -  wie zum Beispiel vor etwa 252 Millionen Jahren an der erdgeschichtlich definierten Perm-Trias-Grenze - als in Sibirien die Erde aufbrach und mit den Magmaströmen auch riesige Mengen CO2 in die Atmosphäre gelangte. Zitat Wikipedia:

So ist es wahrscheinlich, dass durch den Temperaturanstieg die chemische Struktur des in der Tiefe der Meeresböden gebundenen Methanhydrats aufgebrochen wurde. Das in Wassermoleküle eingeschlossene Methan wurde freigesetzt und stieg als Gas in die Atmosphäre auf, wo es ca. 20-mal wirksamer als CO2 für eine relativ rasche Erwärmung der Atmosphäre um weitere 5 °C sorgte und die 3. Phase (wieder an Land) des Massensterbens einleitete. 95 % aller meeresbewohnenden Arten sowie ca. 66 % aller landbewohnenden Arten (Reptilien- und Amphibienarten) starben aus. Auch ein Drittel aller Insektenarten starb aus, das einzige bekannte Massenaussterben von Insekten in der Erdgeschichte. Von allen Massenaussterben des Phanerozoikums war das im Perm das größte.

Es ist schlicht und einfach Tatsache, dass es auch unabhängig von menschlichem Verhalten extreme Klimaschwankungen geben kann, wenn auch eher innerhalb sehr langer Zeiträume.  Nordamerika könnte das nächste Sibirien sein: unter dem Yellowstone Naturpark bildet sich eine gewaltige Magmablase, da bricht irgendwann die Erde auf, morgen, übermorgen oder in 1000 , 5000 oder in 50.000 Jahren. Da spielt es dann keine Rolle, ob durch fossile Brennstoffe mehr oder weniger CO2 in die Atmosphäre gelangt ist. Dann würde so oder so ein Katastrophenszenario folgen wie gerade beschrieben. In so einem Falle müsste man die Möglichkeit haben, das Meerwasser soweit abzukühlen, dass kein Methan freigesetzt wird. Umgekehrt benötigt man aber "die volle Ladung" CO2 in der Atmosphäre und vielleicht auch Teile des derzeit noch auf dem Meeresboden  "gefrorenen" Methans, wenn eine neue Eiszeit sich abzuzeichnen beginnt. Ein Such-Eintrag bei Google: „Eiszeit +Erdachse“; unter www.g-o.de/wissen-aktuell-2611-2005-03-31.html  - lese ich unter anderem: "Der Winkel der Erdachse variiert im Laufe von 41.000 Jahren zwischen 22,5 und 24 Grad. Mit zunehmendem Winkel trifft mehr Sonnenlicht im Durchschnitt auf nördlichere Breitengrade. Das sind genau die Bedingungen, die laut Huybers und seiner Kollegen jeweils das Ende der letzten Eiszeiten ausgelöst haben." Derzeit allerdings läuft es umgekehrt, wir nähern uns langsam einer neuen Einzeit:  „Im Moment hat die Erdachse einen Neigungswinkel von 23,5 Grad und der nimmt weiter ab. Ohne menschliche Einflüsse auf das Klima würde sich die Erde wahrscheinlich langsam auf die nächste Eiszeit zu bewegen….
Ein weiterer Aspekt ist das "Risiko Pol-Umkehr" (so der Name einer Sendung im zdfinfo-Kanal am 22. Oktober 2017). Der magnetische Nordpol wird da als "rätselhafter Wanderer" bezeichnet; die Geschwindigkeit der "Wanderung" scheint zuzunehmen, und vermutet, dass sich damit eine Pol-Umkehr ankündigen könnte - mit unbekannten Folgen auch für das Wetter...  Wer weiß, welche Kräfte auf längere Sicht tatsächlich die Oberhand gewinnen? In der Erdgeschichte hat es große Temperaturschwankungen gegeben, nach beiden Seiten. Denkbar ist auch, dass das Wegschmelzen der Polkappen die Meeresströmungen durcheinander wirbeln würde, vielleicht brechen sie auch zusammen. Wissenschaftler der Uni Basel und des Schweizer Forschungsinstituts Eawag haben durch Untersuchungen an fossilen Korallen herausgefunden, dass die Meeresströme offenbar langsam aber sicher aus dem Gleichgewicht geraten. Die Folgen sind unabsehbar. Zum Beispiel könnte gerade eine Erwärmung der Meere dem warmen Golfstrom die "Orientierung" nehmen, weil kalte Strömungen und der Salzgehalt des Wassers ihm die Richtung geben. Und wenn da etwas aus dem Gleichgewicht kommt, könnte der Golfstrom irgendwann nicht mehr Richtung Europa fließen - paradoxerweise könnte so die "Klimaerwärmung" in Europa eine neue Eiszeit auslösen. Ein weiterer Faktor, der ein Klimawandel Richtung Eiszeit bewirken kann, ist die Schwankung der Sonnenaktivität, siehe
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/09/erster-sonnenflecken-freier-monat-seit.html
Es gibt unterschiedliche Auffassungen, inwieweit Schwankungen der Sonnenaktivität zu Klimaschwankungen führen. Mein Eindruck ist, dass man hier eher die Klima-Erwärmung im Auge hat. Man folgt dem Modetrend, man redet nur über die Erwärmung...
Bleiben die Sonnenflecken aber über mehrere der sonst üblichen 11-Jahreszyklen weg, dann muss man sich offenbar warm anziehen, auch im Sommer... Immerhin wurde diese Problematik sogar in der Tagespresse behandelt, so zum Beispiel in der Berliner Zeitung vom 16. September 2010. "Unser Zentralgestirn ist wieder erwacht", verkündete die Überschrift. "Der neue Sonnenzyklus verspätete sich um zwei Jahre. Einige befürchteten schon eine neue Eiszeit..." Und weiter: "Wenn die Sonne wieder aktiv wird, heizt die von ihr ausgesandte UV- und Röntgenstrahlung die äußeren Schichten der Erdatmosphäre auf, die sich als Folge davon aufbläht... Im Laufe der solaren Aktivitätszyklen atmet unsere Atmosphäre regelrecht", veranschaulicht Schüssler diesen schon länger bekannten Effekt. Ein Forscherteam um John Emmert vom Naval Research Laboratom in Washington fand heraus, dass während der jüngsten Tiefschlafphase der Sonne die Dichte der Erdatmosphäre in 400 Kilometer Höhe um 28 Prozent geringer war, als in dem vorangegangenen Minimum von 1996 (GRL 2010, Band 37). „Das ist die stärkste Kontraktion der letzten 43 Jahre", sagt Emmert.

In der Erdgeschichte hat es jedenfalls öfter "Unregelmäßigkeiten" gegeben, also lange "Tiefschlafphasen" der Sonne. Die sich dann ausdünnende Erdatmosphäre kann je nach Dauer der Phase zu Missernten - oder gar zu Eiszeiten führen.

Auf alle Fälle ist klar, dass man langfristig, auf Sicht von Jahrhunderten, die Fähigkeit erlangen sollte, extreme Klimaschwankungen aufzufangen. Gelingt dies nicht, so werden bei dieser dichten und immer dichter werdenden Besiedelung der Erde Katastrophen wahrscheinlich, mit Sintfluten oder Eiszeiten werden Völkerwanderungen ausgelöst, die alles Dagewesene in den Schatten stellen und die Milliarden von Menschen das Leben kosten werden.

 

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Kann man diese Entwicklung aufhalten? Mit Pumpen? Eisinseln, schattenspendenden Segeln im Weltenraum...?

Seit 2005 kreist bei mir die Idee im Kopf, dass Methoden entwickelt werden sollten, das Weltklima zu beeinflussen bzw. extreme Ausschläge abzufangen. Ob es sonst in der Welt solche Gedanken gab, weiß ich nicht. Jetzt aber habe ich von einem solchen Vorschlag gelesen. Joe Raedle/ Getty Eisberg (welch passender Name!) berichten am 28. Dezember 2017 im "Business Insider Deutschland " folgendes:

"Physiker haben einen Plan entwickelt, um die Arktis wieder einzufrieren ... Der Physiker Steven Desch will eine Lösung gegen das Eis-Schmelzen in der Arktis gefunden haben. Er und seine Kollegen von der Arizona State University wollen windgetriebene Wasserpumpen bauen, um Meerwasser an die Oberfläche zu pumpen, damit es frieren kann. So wollen sie die Eisschicht der Arktis dicker machen, damit sie im Sommer nicht so stark schmilzt. Damit das auch einen großen Effekt hat, braucht man nicht weniger als 10 Millionen Pumpen. Die Wissenschaftler haben über ihren Plan eine Forschungsarbeit verfasst und in einem Magazin der American Geophysical Union veröffentlicht. Einen Kostenvoranschlag haben sie auch gleich ausgearbeitet: 500 Milliarden Dollar soll das Projekt kosten... Deschs Plan mag verrückt klingen, doch andere Wissenschaftler haben ähnliche Szenarien entwickelt. Laut dem
Guardian schlugen etwa einige Forscher vor, die Arktis künstlich weiß zu machen, um die Reflektion aufrecht zu erhalten."

Wie gesagt - positiv ist der Gedanke schon deshalb, weil die Anzahl der Menschen auf diesem Planeten zu hoch ist und die Erkenntnis wächst, dass das Klima deswegen "geregelt" werden muss. Extreme Klimaschwankungen machen der Erde nichts aus - aber den Menschen. Aber diese Pumpenidee...
2017 - oder war es 2016 - wurden an der Arktis ein paar Tage Grade über Null gemessen. Derzeit ist so etwas die Ausnahme, der Temperaturanstieg besteht aber tendenziell. Wenn die Temperatur nur ein Tick über Null ist, ergießen sich Millionen Liter Wasser über das Eis. Und dann? Auch wenn es friert, so hat es anfangs erst einmal eine Temperatur von über Null Grad, und das schwächt die Eismassen im Laufe der Zeit. Und dann gefriert Meerwasser (=Salzwasser) nicht bei Null Grad, sondern  (je nach Salzgehalt) erst bei etwa   1,8 Grad.

Ich bin überzeugt, dass es effektiver wäre, nicht bestehendes Eis zum Kühlen zu nehmen, denn die globale "Kältewirkung" kann da nur plus-minus Null sein - sondern der globalen Erwärmung eine tatsächliche Kältewirkung entgegenzusetzen.

Würde es Sinn machen, wenn man riesige "Kühlschränke" - großflächige Eisinseln - in die sich erwärmenden Ozeane setzt? Gespeist mit Energie aus Windparks, Solarzellen, Meereswellen... Das Problem wäre die Abwärme. Beim echten Kühlschrank entweicht sie in der Regel auf der Rückseite. Das heißt: Wie der Kühlschrank innen kalt wird, so wird die Umwelt außerhalb erwärmt. Das wäre bei den Eisinseln genauso. Also die "Kältewirkung" wäre dann erst einmal auch plus-minus Null.

Aber könnte man die Natur vielleicht überlisten?  Indem man nämlich die Kälte, die aus dem Weltall auf die Erde wirkt, zur Abkühlung der Abwärme nutzt. Man stelle sich eine riesige künstliche Eisinsel im Atlantik vor der Küste Nordafrikas vor, also westlich der Sahara. Die heiße Abluft, die bei der Produktion der Eisberge entsteht, also durch Rohrsysteme in die Sahara leiten?

Was wären die Folgen? Ich kann hier nur spekulieren. Ich vermute, tagsüber wäre die ankommende Abluft kaum "heißer" als die flimmernde Luft über der Wüste. Also würde sie die Energiebilanz der Erde kaum negativ beeinflussen? Wenn 50 Grad heiße (Ab)Luft mit 50 Grad heißer Luft aus der Wüste zusammenstößt, summieren sich die Temperaturen ja nicht, es entsteht nicht 100 Grad heiße Luft. Die Luft bleibt einfach so heiß wie sie ist. Es sei denn, die zufließende Luft würde in andere Regionen abfließen? Weiß ich nicht, aber eher unwahrscheinlich. Der Clou wäre aber, wie die Wärmeenergie nachts abgebaut wird - wenn ich hier richtig denke. Wüsten sind in der Nacht wie ein Loch in der Atmosphäre zum Weltraum hin: Die Luft kühlt bis zum Gefrierpunkt hin ab... Was passiert mit heißer Luft, die nachts in der Wüste ausströmt? Heiße Luft, die sicherlich viel Feuchtigkeit enthalten würde. Bilden sich Regenwolken? Wäre ja auch nicht schlecht...

Da könnten dann Wälder wachsen. Wälder in einer Region, die früher Wüste war, würden das Klima wohl auch günstig beeinflussen... Die Durchschnittstemperatur der Erde könnte gesenkt werden, in dem man Eisinseln erzeugt und für die Abwärme die "Weltraumkühlung" in der Wüste nutzt. Das heißt, man leitet die erhitzte Luft dorthin, wo die Wärme nachts ziemlich ungehindert in den Weltraum abstrahlt.

Auch hohe Gebirge wären für die Abkühlung von heißer Luft geeignet: Ab 3000 Meter Höhe wirkt auch hier die Kälte, die aus dem Weltraum durch die dünne Atmosphäre dringt.

Und wie könnte die heiße Luft transportiert werden? Durch feste, aber sehr leichte Kohlefaser-Rohre, die könnten einen Durchmesser von 10 Metern haben und wären auch leicht zu verlegen, bei relativ geringen Risiken, denn warme Luft ist nicht unmittelbar gefährlich.
Heiße Luft könnte auch als Heizenergie für Städte verwendet werden. Die "Kältewirkung" wäre hier natürlich neutral. Auf der einen Seite Eisinseln, die Kälte um sich herum verbreiten, auf der anderen Seite wird Wärme ausgebreitet. Sinn macht das aber trotzdem, weil ja der Mensch Wärme benötigt. Die Wärme müsste er sonst ja erzeugen müssen.

Und die Risiken?
Große Eisinseln könnten die Meeresströmungen beeinflussen. Wenn Meeresströmungen ihre Bahn ändern, könnte es zu klimatischen Umbrüchen kommen. Man stelle sich zum Beispiel vor, der Golfstrom würde sein Bahn ändern und Europa nicht mehr erreichen! Das ist aber ein Problem, das Wissenschaftler analysieren können. Vor allen Dingen könnte man hier schrittweise vorgehen, und auch jeden kleinen Schritt sofort wieder rückgängig machen. Mit Computermodellen lassen sich Vorausberechnungen erstellen, die auch immer wieder in kleinen Schritten korrigiert werden können. Das könnte letztlich sogar dazu führen, dass Meeresströmungen "gesteuert" werden könnten. Eine weitere Idee- ergänzend oder auch alternativ: Die Eisflächen an der Arktis und der Antarktis zu stabilisieren. Hier könnte die "Pumpenidee" eingesetzt werden - ergänzend. Sie kann als solche nur wirken, solange die Temperaturen deutlich unter Null sind. Das würde die Meeresströmungen nicht beeinflussen, sondern den Status-Quo stabilisieren. Denn das Eis soll hier ja nur dort bleiben wo es ist und nicht infolge der Erderwärmung verschwinden. Auch die Polarkappen sind Wüsten - Eiswüsten. Auch hier könnte aber zusätzlich Kälte produziert werden, weil Abwärme ins Gebirge geleitet werden könnte: Das Transantarktische Gebirge ist eine Bergkette in Antarktika, die sich mit einigen Unterbrechungen zwischen Kap Adare im Viktorialand und dem Coatsland erstreckt. Es erreicht Höhen bis über 4500 m.... Riesige Kühlschränke in der Antarktis zu bauen klingt erst einmal etwas irre, wäre aber wohl in jenen Regionen sinnvoll, in denen das Eis ständig zurückgeht.

Und die Kosten?
Bevor 2008 die Weltfinanzkreise ausbrach, saßen die Banken auf 57 Billionen Dollar minderwertiger Kredite, die per finanzieller Drahtseilakte "abgesichert" waren. Die dünnen Seile rissen und alles fiel in den Abgrund. Die Frage ist, welche Risiken lauern in der Atmosphäre, verursacht durch menschlichen Leichtsinn und Raubbau? Die Atmosphäre tanzt auf dünnen Seilen, wie viel darf die Rettung kosten? Wenn hier allerdings der Sturz beginnt, helfen keine Billionen Dollar und Euro mehr. Je früher man mit der "Versicherung" beginnt, desto größer sind die Chancen einer Rettung. Also Kosten sollten wirklich keine Rolle spielen, allenfalls, wie sie aufgeteilt werden. Aber was sind eigentlich solche "Kosten"? Sie drücken ungefähr aus, mit welcher Dimension ein politischer Wille bestimmte Ziele erreichen will. Immer ist die Rede von "Wachstum, Wachstum, Wachstum". Aber was soll wachsen? Immer mehr zum großen Teil überflüssige Konsumgüter, die in Milliarden von Plastiktüten nach Hause geschleppt werden - und die dann meist zu wachsenden Müllbergen führen. Etwas drastisch ausgedrückt... Die Investitionen zwecks Klimalenkung würden zu einem gewaltigen Wachstumsschub führen, ein riesiges Investitionsprogramm für die Welt. Man "muss" ja nicht immer Kriege führen, alles in Trümmer schlagen - um danach wieder groß wachsen zu können. Es ist allerdings zu befürchten, dass solche Einsichten - weltweit - erst dann kommen, wenn es (fast) zu spät sein wird. Vielleicht braucht man eine neue Wirtschaftsordnung. Die kommunistische Zentralwirtschaft bzw. "Mangelwirtschaft" ist klar gescheitert. Die Marktwirtschaft wiederum produziert unsinnigen Überfluss, schnellen Warenumsatz, Müllberge... Die Ressourcen werden sinnlos verplempert, die großen Probleme bleiben liegen. Wir werden sehen.

 

Eine Folge der Erderwärmung sind auch die wachsenden Monsterstürme. Der Wirbelsturm "Irma" (September 2017) soll der stärkste, je gemessene sein... Je mehr die Temperatur der Meere steigt, desto mehr Energie (und Wasser) nehmen diese Monster auf... Und dann der langsam ansteigende Meeresspiegel.  Wenn die Küstenregionen von den steigenden Wasserfluten verschlungen werden, folgen riesige Völkerwanderungen und Kriege. Das Max-Planck-Institut stellt einen Anstieg des Meeresspiegels von 2 mm pro Jahr fest (Durchschnittswert im letzten Jahrzehnt): „Ob die großen Inlandeise der Antarktis und Grönlands dazu beitragen, ist noch unklar, denn die Vermessung der Geometrie dieser Eismassen, die maximal etwa 70 m Meeresspiegelanstieg bewirken könnten, ist dafür noch nicht genau genug. Klar ist jedoch, dass der Beitrag zur Meeresspiegeländerung im 20. Jahrhundert ziemlich klein gewesen sein muss.“

Doch das ist schon wieder Schnee von gestern. Im Oktober 2008 erklärte der Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, Joachim Schellnhuber, das Tempo des Abschmelzens nehme dramatisch zu. Die Gletscher im Himalaja und des grönländischen Eisschildes seien durch den verstärkten Schadstoffausstoß der chinesischen Kohlekraftwerke verschmutzt. Dadurch werde das Eis dunkler und könne weniger Licht reflektieren. Wie will man das aufhalten? Wenn nämlich die Polarkappen erst einmal anfangen zu schmelzen, werden die sich nicht bei 2 mm pro Jahr (als Beitrag zum Anstieg des Meeresspiegels) aufhalten. Die werden dann wohl abschmelzen wie die Gletscher in den Gebirgen. Die oben erwähnten "weißen Färbungen" wäre auch keine brauchbare Idee. Wenn der Schnee verschmutzt, verschmutzen auch künstliche weiße Färbungen...

Und die neuesten Meeresspiegel-Wachstumszahlen? Sind offenbar wesentlich höher. Berliner Zeitung, 21. 2. 2018, Seite 17: "Jeder Aufschub bei der Senkung von Treibhausgas-Emissionen führt zu einem stärkeren Anstieg des Meeresspiegels - selbst wenn es gelingen sollte, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Das ist das Ergebnis einer neuen wissenschaftlichen Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Das Team um Matthias Mengel hat den Anstieg des Meeresspiegels untersucht, der selbst bei einer vollständigen Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens eintreten dürfte. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift Nature Communications schreiben, ist bis 2030 ein Anstieg zwischen 70 und 120 Zentimetern zu erwarten. Es könnte allerdings auch mehr sein..."

Damit würden riesige, dicht besiedelte Küstenregionen absaufen. Enstprechende Schaubilder sind im Internet leicht zu finden.

 

Mit Eisinseln in den Meeren oder den stabilisierten Eismassen an den Polen, ließe sich das Klima regeln

Die ständige Erwärmung des Klimas und der Meere könnte mit künstlichen Eisinseln gestoppt oder sogar rückgängig gemacht werden. Droht hingegen eine Eiszeit, so könnte man die Eisinseln abtauen lassen und das Klima erwärmt sich.

Eine weitere Möglichkeit riesige Segel, die die Erde umkreisen. Soll sich die Erde abkühlen, werden sie aufgespannt und sie vermindern die Sonneneinstrahlung. Braucht man mehr Wärme, werden sie wieder zusammengefaltet. Allerdings können sie - zum Beispiel bei drohender Eiszeit - nicht zusätzlich Wärme erzeugen. Dies geschieht auf der Erde selber, und zwar solange, wie Kohle, Erdöl und Gas aus der Erde geholt und verbraucht werden. Und durch Vulkanausbrüche.

Im Falle einer drohenden Eiszeit wäre es von Vorteil, möglichst viel CO2 in der Erdatmosphäre "zu haben" und bei Bedarf als "Wärmespeicher" zu verwenden. Am einfachsten wäre es, wenn das CO2 einfach in der Atmosphäre bliebe und die tendenzielle Erderwärmung durch die erwähnten Eisinseln kompensiert wird. Durch "Ausschalten" der Eisproduktion könnte die Atmosphäre auch wieder schnell erwärmt werden... Zum Beispiel bei einem „kosmischen Winter“... Nach einem Asteroiden-Einschlag kann die Erde monate- oder jahrelang durch Staubwolken in der Stratosphäre verdunkelt werden. Binnen weniger Monate würde die ganze Erde zur Eiswüste werden. Dieselben Folgen entstünden, wenn die Erdkruste zum Beispiel unter dem Yellowstone-Park explodiert. Das aufsteigende Magma bildet dort keinen Vulkan, sondern staut sich unter einem riesigen Gebiet... Der gewaltige Druckaufbau wird die gesamte Region gen Himmel jagen, eine Katastrophe, die die Staubpartikel in der ganzen Erdatmosphäre verteilen wird. Diese Katastrophe ist unausweichlich, sie wird kommen, man weiß nur nicht, wann.  Wenn es morgen passiert, ist die Welt nicht darauf vorbereitet. Hier würde das CO2 als Wärmeverstärker allein nicht ausreichen. Man bräuchte vielleicht ein paar hundert Flugzeuge, die bis in die Stratosphäre steigen können -  mit Turbinen, die mit Aschefängern in den Triebwerken ausgestattet sind... Flugzeuge mit riesigen Sieben oder Netzen, die dort oben ausgefahren werden, um die Staubpartikel aufzufangen. Die Flugzeuge müssten dort oben solange herumfliegen und Staubpartikel einfangen, bis die Erde wieder von „ein paar“ Sonnenstrahlen erreicht wird. Dann allerdings bräuchte man möglichst viele CO2 -Moleküle in der Luft, die das bisschen Sonnenenergie, das bis zur Erde durchdringt, möglichst lange gefangen halten.

Je höher der CO2-Gehalt in der Luft, desto effektiver könnten die Sonnenstrahlen genutzt werden, desto mehr Menschen könnten diese eisige Zeit überleben.

Das drohende Katastrophenszenario schwankt also zwischen heiß und kalt. Heiß kommt schleichend, Kalt käme wahrscheinlich als Folge einer x-millionenfachen Megatonnen-Explosion oder der Verlagerung der Erdachse. Oder wenn die Sonne in "Tiefschlaf" verfällt und die Sonnenflecken über Jahrzehnte ausbleiben...

Das sind nicht potentielle Bedrohungen, sondern sie sind real, sie kommen unausweichlich auf uns zu; sie werden aber nicht beachtet. Es ist das typische Szenario angeblich winziger "Rest"-Risiken. Die gelten für den heutigen Tag, für diesen Monat, vielleicht noch für dieses Jahrhundert. Sehr seltsam ist, dass die eigentliche Aussage der Wahrscheinlichkeitsrechnung in der öffentlichen Diskussion verschwiegen wird. Die Wahrscheinlichkeit, mit einmal Würfeln eine sechs (bzw. eine ganz bestimmte Zahl) zu würfeln ist "ein Sechstel" oder 100 : 6 = 16,666666 usw. Prozent. Um zwei Sechsen hintereinander zu würfeln, beträgt die rein rechnerische Wahrscheinlichkeit 1/6 x 1/6 = 1/36. Das sind 2,77777 usw. Prozent. Um drei Sechsen hintereinander zu würfeln, beträgt die Wahrscheinlichkeit dann nur noch weniger als ein halbes Prozent usw. Das besagt aber nicht, dass man auf das "Eintreffen" einer Wahrscheinlichkeitsprognose wetten sollte. Man kann gleich bei den ersten Versuchen drei Sechsen hintereinander würfeln, oder erst nach 100 Versuchen. Aber je höher die Anzahl der Würfelreihen, desto mehr gleicht sich der Durchschnitt an die Wahrscheinlichkeit an, also bei 5000mal Würfeln wird jede Zahl wahrscheinlich gleich oft gewürfelt worden sein, wenn der Würfel den Schwerpunkt auch genau in seiner Mitte hat. Bei den "Restrisiken" muss man anders rechnen. Hier ist die Frage: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich bei sechs Würfen einmal eine Sechs bekomme? Einmal Würfeln: Wahrscheinlichkeit ein Sechstel, zweimal Würfeln zwei Sechstel usw. Bei sechs Würfen ist die rechnerische Wahrscheinlichkeit dann 1. Das muss natürlich nicht eintreffen, aber würfelt man 6000mal, dann hat man (mit nur kleinen Abweichungen) 1000 Sechsen gewürfelt. Man nennt dies das "Gesetz der großen Zahl".

Beim Lottospiel wird das jede Woche vorgeführt. Die Wahrscheinlichkeit für sechs Richtige aus 49 beträgt etwa 1:14.000.000. Wenn 20 Millionen Lottoscheine pro Woche abgegeben werden, ist die Wahrscheinlichkeit nahe der "Gewissheit", dass (fast) immer ein glücklicher Gewinner dabei ist, als Lockvogel, damit Millionen Mitspieler jede Woche ihren Schein abgeben... Es ist klar, dass kleine "Restrisiken", die man für den Eintritt von Katastrophen "errechnet" (leider nicht so einfach wie fürs Würfeln), sich immer auf einen bestimmten Zeitraum beziehen, auch wenn das offiziell nie angegeben wird! Im Laufe der Jahre, der Jahrzehnte und Jahrhunderte müssen diese Wahrscheinlichkeiten addiert werden, werden also immer größer, auch wenn es sich um "Würfel" mit tausend Kanten handelt. Die Aussage, es handle sich um kleine, winzig kleine Restrisiken beinhaltet lediglich, dass man sich jetzt nicht damit beschäftigen will. Die "Atomkatastrophe" in Japan zeigt, dass ein Würfel immer fällt, wie er gerade "will", auch wenn er tausend oder zehntausend Kanten hat... Dass atomare Endlager in den nächsten 1000 Jahren zu Katastrophen führen werden, kann man demzufolge als "sicher" ansehen. Die kleinen Risiken beziehen sich auf die jetzt lebende Generation, können aber trotzdem schon morgen passieren. Wie der "Würfel" fällt... Man sollte anfangen, sich auf real drohende Katastrophen vorzubereiten, aber richtig vorzubereiten. Erderwärmung als konkrete Bedrohung ist eine viel zu einseitige Betrachtung. Das Katastrophenszenario „kalt“ ist eine genauso reale Bedrohung, es könnte die gesamte Menschheit auslöschen, es kommt schlagartig, niemand ist vorbereitet. Der letzten Katastrophe dieser Art verdanken wir vermutlich unsere Existenz: Die Saurier starben zum großen Teil aus, die riesigen Farnwälder versanken in den Sümpfen, während kleine Säugetiere in ihren Erdhöhlen überlebten. Und die Eiszeiten? Woher kamen die -  obwohl der CO2-Gehalt in der Luft viel, viel höher war als heute. Nach dem nächsten Mal, so vermuten manche Wissenschaftler, werden die Insekten die Herrschaft über die Erde übernehmen. Um mit einem sarkastischen Biss zu enden: Bei der Denkweise, die jetzt vorherrscht, muss man das wirklich befürchten.

Die Schlussfolgerung aus alledem ist, dass es eigentlich keinen Sinn macht, den steigenden CO2-Gehalt der Luft zu bekämpfen - ist eh ein Kampf gegen Windmühlenflügel. Man sollte sich darauf konzentrieren, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, extremen klimatischen Veränderungen in beiden Richtungen gegensteuern zu können.

Hier kommt nun allerdings das oben erwähnte Fragezeichen, ausgelöst durch eine Buchbesprechung in der ZEIT, siehe Literaturangabe Nummer drei. Hier bespricht Reiner Klingholz das Buch von Elisabeth Kolbert, "Das sechste Sterben". Zitat:

"Beängstigend wird es, wenn die Autorin schildert, wie die heutigen Kohlendioxid-Emissionen die Weltmeere langsam, aber sicher versauern. In gerade mal 100 Jahren haben wir mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen, als unter natürlichen Umständen in ein paar Hunderttausend Jahren entstehen würde. In 50 Jahren haben wir eine Ozeanversauerung herbeigeführt, wie es sie vermutlich seit 50 Millionen Jahren nicht gegeben hat. Wird dieser Trend nicht gestoppt, wofür derzeit wenig spricht, dürften kalkbildende und kohlendioxidschluckende Organismen wie Foraminiferen und Flügelschnecken unter der Säurelast irgendwann ihre Arbeit einstellen, und die natürliche Entsorgung des Kohlendioxids würde erlahmen. Dann könnten auch die Korallenriffe aufhören, Kalk zu bilden, diese Gigabauwerke begännen zu zerbröseln und fielen als wichtigstes Ökosystem der Meere aus. Anderenorts würde sich das Klima in den Regenwäldern so schnell verändern, dass viele Arten kein neues Zuhause finden können, auch weil jeder denkbare Fluchtort schon vom Menschen und von seinen Soja- und Eukalyptusplantagen besetzt ist."

Mit dieser Aussage erscheint die von mir aufgezeigte Lösungsmöglichkeit als nicht mehr praktikabel, denn sie beinhaltet, dass der steigende CO2-Gehalt der Luft nicht nur zu einer Erhöhung der Durchschnittstemperatur auf der Erde führt - sondern auch zur "Ozeanversauerung". Meine Theorie ist, dass erstens der steigende CO2-Gehalt  nicht mehr aufgehalten werden kann, zweitens dies aber gar nicht schädlich sein müsse, weil der Anstieg der durchschnittlichen "Welttemperatur" durch den steigenden CO2-Anteil mit den "Eisinseln" eingedämmt werden könne und der hohe CO2-Gehalt zugleich auch zur Erwärmung genutzt werden kann, wenn ein kosmischer Winter oder eine neue Eiszeit droht. Und nun lese ich, der steigende CO2-Gehalt würde das Ökosystem der Meere zerstören... Wenn das richtig ist, so wäre das schlecht, denn der Anstieg der "Welttemperatur" kann ja, wie geschildert, (ohnehin) kaum aufgehalten werden. Aber auch "mein System" hätte den Mangel, zwar die Erderwärmung, aber nicht den Zusammenbruch des Ökosystems "Meer" aufhalten zu können.
Aber ist diese Aussage richtig? Man darf Zweifel anmelden. Siehe die (oben mit Tennlinien eingearbeiteten  "Argumente"  von Leuten, die die Kausalität steigender CO2-Anteil in der Luft und Klimawandel leugnen. Ihre Tatsachenbehauptungen sind ja nicht grundsätzlich falsch, falsch sind ihre Schlussfolgerungen. Richtig ist doch aber: Als der CO2-Anteil in der Luft viel höher war als heute, ist das Ökosystem im Meer nicht zusammengebrochen - im Gegenteil: es hat sich unter solchen Bedingungen prächtig entwickelt.

Es ist nicht leicht: Man muss sich hier durch ein Chaos von Argumenten kämpfen...

 Ergänzend zum letzten Punkt, Zitat Wikipedia: "Hauptverantwortlich für sauren Regen ist die Luftverschmutzung durch Abgase. Insbesondere durch Einsatz schwefelhaltiger fossiler Brennstoffe wie Kohle und Heizöl entstehen Schwefeloxide die mit Wasser und ggf. Sauerstoff Schwefelsäure bilden. Vornehmlich entsteht bei der Verbrennung schwefelhaltiger Brennstoffe zunächst Schwefeldioxid, das mit Wasser und Sauerstoff letztlich Schwefelsäure bildet." Hauptschuld am sauren Wasser ist also die (meist in Flüssen zufließende) Schwefelsäure. Dass die Ozeane aber auch durch einen hohen  CO2-Anteil in der Luft "sauer" werden können, ist auch unbestritten. Der Zusammenhang ist indirekt: Steigt der  CO2-Anteil in der Atmosphäre stark an, so nimmt auch das Wasser sehr viel auf, der PH-Wert sinkt, und das könnte Schalentiere wie Muscheln und Schnecken zerstören. Es kommt da aber auf die relative Menge an, also ist die Aussage zu pauschal, sie kann wahr sein, kann aber auch nicht wahr sein. Die Lösung scheinbar widersprüchlicher Aussagen ist vielleicht diese:

Vor hunderten Millionen Jahren gedieh Fauna und Flora bei weit höheren CO2-Werten prächtig, weil sich die Organismen unter diesen Bedingungen entwickelt oder angepasst hatten. Heute sind die Organismen an viel niedrigere Werte angepasst. Wenn sich der CO2-Anteil in Luft und Wasser aber zu schnell erhöht, dann klappt die Anpassung nicht. Es bleiben Unsicherheiten, die ein Laie nicht leicht beseitigen kann.

Die Aussage, die man im Wikipedia (unter Angabe von Gleichungen) findet, lautet so: pro kg Kohlendioxid werden 2,27 kg Calciumcarbonat aufgelöst...(bezogen auf wiederum eine bestimmte Menge Wasser).  Ich beschäftige mich hier nicht mit solchen Gleichungen, würde ich sowieso nicht verstehen. Man müsste also ausrechnen, wieviel Kohlendioxyd wird in der Atmosphäre sein, wenn alle Kohle, alles Erdöl und das ganze Erdgas aus der Erde geholt und verbrannt sein werden, wieviel davon voraussichtlich ins Wasser kommt und welche Menge die Schalentiere verkraften können. In der Urzeit der Erdgeschichte - die vielen Millionen Jahre, da es noch keine Pflanzen, sondern nur Algen gab - haben die Schalentiere, wie bgesagt,  das ganze CO2 gut verkraftet. Vor 570 bis vor 510 Millionen Jahren gab es massenweise Mollusken, zu denen auch Muscheln und Schnecken gehörten. Die gediehen prächtig. Die oben erwähnte Katastrophe in "Sibirien" fand vor etwa 250 Millionen Jahren statt  - und hier sind allerdings gewaltige Mengen Kohlendioxyd freigesetzt worden - und da musste auch das Wasser sehr viel aufnehmen, und das könnte (neben der Erwärmung) Schalentiere wie Muscheln und Schnecken zerstört haben. Die Vermutung müsse aber noch bestätigt werden, heißt es. Wie hoch war damals der der CO2-Gehalt der Atmosphäre tatsächlich? 30 bis 45 Millionen Jahre zuvor waren zum Beispiel (im Karbon) mächtige Steinkohlelagerstätten entstanden, in denen ja auch riesige Mengen Kohlendioxyd gebunden waren (heutzutage allerdings wiederum zum großen Teil freigesetzt...).

Ich glaube, dass von der Erwärmung aktuell die große Gefahr ausgeht  - die man aber bewältigen könnte. Die größte Gefahr für "Übersäuerung" sind wohl unsaubere und vor allem: mit Schwefelsäure verunreinigte Flüsse. Und dann die Kunststoffe, die sich in kleinste Teile auflösen. Das Verhältnis von Kunststoffteilchen zu Plankton soll im Durchschnitt schon 6 : 1 betragen, in manchen Meeresregionen schon 60 : 1. Dadurch wird das Wasser zwar nicht sauer, aber es könnte irgendwann in sich selbst ersticken. Seit 1899, so kann man googeln, hat das Phytoplankton um zwei Drittel abgenommen. Schuld sei die Erwärmung der Meere.  Aber im Lauf der Zeit wird das Plankton auch mehr und mehr von den winzigen Plasteteilchen verdrängt, die die Ozeane mehr und mehr überschwemmen. Und Phytoplankton produziert über 50 Prozent des Sauerstoffs... Die einzige Hoffnung ist, dass die Herrscher und Superreichen der Welt irgendwann, da es noch nicht zu spät ist,  merken, dass auch sie die Luft bzw. den Sauerstoff genauso benötigen wie alle Wesen dieser Welt.

 


Literatur u.a. : 1. „Ein Meer von Luft“ von Gabrielle Walker, eine Naturgeschichte der Atmosphäre, Berlin-Verlag 2007
 2. Klimaänderungen und neue Wetterextreme, Hartmut Graßl, Meteorologisches Institut, Universität Hamburg;
Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg (im Internet gelesen)
3. Elisabeth Kolbert: Das sechste Sterben - Wie der Mensch Naturgeschichte schreibt, Suhrkamp, Berlin 2015 (Artikel aus DIE ZEIT, Nr. 18, 29. April 2015: "Wir blöden Primaten")
3. Hilfreiche Diskussionsbeiträge: Jochen Bremberger, Panketal